Brose Standort Coburg profitiert vom wachsenden Sitzgeschäft
Coburg (5.4.2007). Trotz des schwierigen Marktumfelds gelang es der Brose Gruppe 2006 ihre Marktposition in den beiden Geschäftsfeldern Tür und Sitz weiter auszubauen. Das Unternehmen erzielte ein Umsatzplus von 6 % auf 2,3 Mrd. Euro. Den größten Anteil an dem Zuwachs hatte das Geschäft mit Sitzverstellungen, das um 22 % auf rund 490 Mio. Euro stieg. Der Automobilzulieferer profitiert dabei unter anderem von der Erhöhung des technischen Ausstattungsgrades bei allen Fahrzeugklassen. Mit einem Marktanteil von 50% ist Brose gegenwärtig der führende Hersteller von elektrischen Sitzverstellungen in Europa; seit fast 40 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen Verstellsysteme für Fahrzeugsitze. Gegenwärtig werden 25 Automobilhersteller und fünf Sitzproduzenten mit jährlich über 17 Millionen Verstellsystemen aus 9 Werken in Europa und Übersee beliefert.
Das Unternehmen rechnet auch in den kommenden Jahren durch die Erweiterung des Produktportfolios und Zusatzaufträge in der Schlüsselregion Asien und in Nordamerika mit einem überdurchschnittlichen Wachstum in diesem Geschäftsfeld. So soll der Umsatz in den kommenden fünf Jahren auf 800 Mio. Euro steigen.
Von dieser positiven Entwicklung profitiert insbesondere der Brose-Stammsitz Coburg. Angesichts der geplanten Ausweitung des Geschäfts werden 2007 für die Bearbeitung neuer Kundenprojekte rund 80 neue Arbeitsplätze entstehen, davon mehr als die Hälfte in Coburg. Von hier aus werden alle Aktivitäten auf diesem Produktgebiet gesteuert: Rund 300 Mitarbeiter arbeiten an der Entwicklung neuer Erzeugnisse und Fertigungsverfahren; im Vertrieb bearbeiten Teams im engen Kommunikationsverbund mit den 40 in- und ausländischen Standorten die Kundenprojekte.
Schwerpunkt der Sitz-Entwicklungsaktivitäten ist der Ausbau des Standardteile-Baukastens. Ziel ist es, den Automobilherstellern bei höherer Qualität mehr Funktionalität zu niedrigeren Kosten anzubieten: So hat das Unternehmen ein multifunktionales Rücksitzkonzept entwickelt, dass 2008 in zwei Premiummarken zum Einsatz kommen wird.
Investitionen in Ausbau der Fertigungskapazitäten
Der zur Bearbeitung neuer Lieferaufträge geplante Ausbau der Vorfertigungs- und Montagekapazitäten im Werk Coburg mit einem Investitionsvolumen von über 20 Mio. Euro ist ein deutliches Bekenntnis zum Standort Coburg. Die Erweiterung der Produktionskapazitäten ist Folge der im vergangenen Jahr zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat geschlossenen Vereinbarung zur Zukunftssicherung: Dabei hatten die Coburger Beschäftigten mit absoluter Geschlossenheit den Verhandlungsergebnissen zugestimmt und damit ihren Beitrag zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Standorts und zur Beschäftigungssicherung geleistet.
So konnte im Februar eine neue Anlage zur Montage von elektrischen Mehrwege-Verstellungen in Betrieb genommen werden, die in verschiedenen Fahrzeugmodellen des VW-Konzerns zum Einsatz kommen. Die Anlage ist auf eine jährliche Fertigungskapazität von rund 800.000 Einheiten ausgelegt. Der Erhalt dieses Produktionsauftrags war die entscheidende Weichenstellung für die Ausrüstung einer VW-Fahrzeugplattform mit Sitzstrukturen und trägt dazu bei langfristig 500 Arbeitsplätze in Entwicklung, Fertigung und Verwaltung zu erhalten.
Die Sitzstrukturen werden im Verbund mit dem Werk Ostrava/Tschechien hergestellt: Während in Ostrava die Vorfertigung der Baugruppen durchgeführt wird, erfolgt die Endmontage auf der neuen Anlage in Coburg. Das erste Fahrzeugmodell, das mit diesen Sitzsystemen ausgestattet wird, ist der Audi A5. Bis 2008 folgenden weitere sieben Pkw-Modelle des VW-Konzerns, die auf der gleichen Fahrzeug-Plattform gefertigt werden.
Für die Produktion manueller Sitzhöhenverstellungen wurde im Werk Coburg vor wenigen Wochen eine hochautomatisierte Montagelinie in Betrieb genommen. Mit dieser Anlage baut Brose seine Fertigungskompetenz weiter aus und verfügt damit über das wirtschaftlichste Produktionskonzept für Standard-Sitzkomponenten innerhalb der gesamten Unternehmensgruppe: Die Anlage erreicht eine Taktzeit von 4,8 Sekunden pro gefertigter Höhenverstellung. Jährlich werden rund 3,5 Mio. Einheiten für die Brose-Werke in Europa, Nordamerika und Asien produziert, sodaß der Standort Coburg auch von der weltweiten Expansion der Brose-Gruppe nachhaltig profitiert.
Mit den neuen Fertigungsanlagen will Brose die Wettbewerbsfähigkeit des Coburger Werks hinsichtlich Technologie, Qualität und Arbeitsorganisation weiter steigern. Am Bau der Anlagen waren insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus dem fränkischen Raum beteiligt.
Angesichts des steigenden Stanzteile-Bedarfs der Brose-Gruppe wird im Mai 2007 im Coburger Preßwerk eine neue 630-t-Presse in Betrieb genommen. Die Anlage verfügt über eine neuartige mechanische Antriebstechnologie: Aufgrund der variierbaren Taktzeiten können auf dieser Presse sowohl Sitzschienen als auch Fensterheberführungsschienen und –grundplatten gestanzt werden. Durch die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Großpresse erschließen sich für die Coburger Vorfertigung wichtige Wettbewerbsvorteile und bilden den Benchmark für die nationalen und internationalen Partner für Stanzteile.