Frauenpower bei Brose: Drei junge Mechatronikerinnen „stehen ihren Mann“
Die drei jungen Mechatronikerinnen im Werk Coburg: Danika Neumann, Anna-Sophie Leicht und Birgit Stier (v.l.n.r.).
Anne-Sophie Leicht ist unter anderem für die Fehlerbehebung an verschiedenen Anlagen zuständig. Birgit Stier und Danika Neumann arbeiten an den Linien für die Sitzhöhen- und –längsverstellermontage als Anlagenführerinnen. Ihre Aufgabe ist es, die Maschinen zu bedienen, zu warten und Störungen zu beheben.
Das besonders in der Automobilindustrie gefragte, noch junge Berufsbild, ist ausgesprochen vielseitig: Mechatroniker verfügen ebenso über Qualifikationen in der Metallbearbeitung wie in der Elektrotechnik. Darüber hinaus besitzen sie fundierte Kenntnisse über Hydraulik, Pneumatik sowie Steuerungstechnik. Sie können selbständig an elektronisch gesteuerten Anlagen arbeiten, Programmierungen, Inbetriebnahmen einschließlich der Funktions- und Sicherheitsprüfungen vornehmen.
Warum haben sich die jungen Frauen gegen einen der typischen „Mädchenberufe“ wie beispielsweise Friseurin, Verkäuferin oder Büroangestellte entschieden? Alle drei sind handwerklich geschickt und an technischen Zusammenhängen interessiert. Anna-Sophie erkundigte sich eingehend bei der Berufsberatung. Danika wurde von ihren Freunden auf die gute technische Brose-Ausbildung aufmerksam gemacht. Bei Birgit war ein Schupper-Praktikum in der Brose-Lehrwerkstatt schließlich der entscheidende Auslöser.
Auch nach einem Jahr Praxiserfahrung im Coburger Brose-Werk ist die Begeisterung der jungen Damen ungebrochen: Wenngleich es gerade am Anfang galt, manchen männlichen Kollegen von ihren Fähigkeiten zu überzeugen, würden die Drei diesen interessanten Beruf technikinteressierten jungen Frauen jederzeit empfehlen. „Wir sind akzeptiert und haben nur gute Erfahrungen gemacht“, resümiert Anna-Sophie.
Brose war eines der ersten Unternehmen in Deutschland, das diesen Beruf 1998 in sein Ausbildungsprogramm aufnahm. Bis heute wurden 31 junge Menschen erfolgreich ausgebildet. 2004 wurde das Brose-Programm um den „Mechatroniker DBFH“ ergänzt: eine dreijährige duale Berufsausbildung, die zugleich den Erwerb der Fachhochschulreife beinhaltet. Dieses bayernweit einmalige Ausbildungsmodell wird derzeit nur an drei Berufsschulen praktiziert.
Die Mechatronikerin steht auch im Mittelpunkt der jährlich stattfindenden Projektwoche „Mädchen für Technik-Camp“, an der die Brose-Ausbildung vom 31. Juli bis 3. August bereits zum vierten Mal in Folge teilnimmt. Das Unternehmen stellt zehn jungen Frauen aus Schulen der Stadt Coburg und des Umlandes in kleinen Projekten unterschiedliche Tätigkeiten vor – auch für die Berufe Werkzeugmechanikerin und Technische Produktdesignerin. Damit soll das Interesse bei noch mehr weiblichen Bewerberinnen für Berufe im Metall- und Elektrobereich gefördert werden.
Im Herbst 2006 starten bei Brose wieder rund 50 junge Frauen und Männer ins Berufsleben: 46 absolvieren ihre Ausbildung an den Standorten Coburg und Hallstadt, drei in Wuppertal. 34 junge Leute werden in insgesamt sieben kaufmännischen und gewerblich technischen Ausbildungsberufen geschult. 15 nehmen ein Berufsakademie-Studium in den Fachrichtungen Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen auf, das nach drei Jahren zum Abschluß „Bachelor of Engineering“ führt. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres werden es insgesamt 173 Auszubildende und Berufsakademie-Studenten sein, die die Brose Gruppe für den Einsatz in den weltweiten Werken ausbildet. 156 junge Menschen erlernen ihren Beruf in Coburg und Hallstadt, 17 in Wuppertal.
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