Brose produziert Türsysteme für Ford im Werksverbund
Bernhard Mattes, Vorstandsvorsitzender der Ford-Werke AG (links), und Michael Stoschek, geschäftsführender Gesellschafter der Brose Gruppe, bei der Eröffnung des Brose-Werkes in Saarwellingen.
"Qualität, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit sind die Grundvoraussetzungen, um im Markt bestehen zu können. Brose setzt dabei Maßstäbe", sagte Bernhard Mattes. "Besonders freut mich, dass Brose mit uns zusammen im Saarland neue Arbeitsplätze geschaffen hat."
Brose hat in Saarwellingen 70 Mitarbeiter eingestellt. Diese stellen täglich rund 4.000 Türsysteme her. Grundlage sind Baugruppen, die das Brose-Werk in Hallstadt bei Bamberg hoch automatisiert herstellt und an das Werk in Saarwellingen liefert. Dort werden diese unter anderem mit Lautsprecher, Kabelbaum und Türschloss vervollständigt und in das knapp zwei Kilometer entfernte Ford-Werk Saarlouis geliefert. Von der Bestellung bis zur Lieferung an das Montageband bei Ford stehen im Extremfall nur 60 Minuten Zeit zur Verfügung. Im kommenden Jahr soll die Produktion von Türsystemen für Ford verdoppelt werden. Dann werden über 120 Mitarbeiter im neuen Brose-Werk beschäftigt sein.
"In der Rekordzeit von nur sechs Monaten haben wir das Werk aufgebaut vom Spatenstich bis zum Start der Produktion", erläuterte Kurt Sauernheimer, der für Türsysteme verantwortliche Geschäftsführer der Brose Gruppe. "Nur durch die außerordentlich schnellen Verhandlungen, unbürokratische Genehmigungsverfahren der örtlichen Behörden und die parallel zum Bau laufende Einarbeitung der Fertigungsmitarbeiter in unserem Werk Hallstadt war dieser reibungslose Start möglich." Im Werksverbund investiert Brose etwa 35 Millionen Euro, davon rund acht Millionen Euro in das mittlerweile fünfte deutsche Werk. Auf einer Gebäudefläche von 4.000 Quadratmetern hat Brose seine Fertigung realisiert.
Das Brose-Werk ist eng verknüpft mit dem Kundenwerk in Saarlouis. Per Datenautobahn gehen die Aufträge für die bis zu 687 Türsystemvarianten im Brose-Werk ein. An jeder der vier Produktionslinien druckt ein Computer einen Auftrag für jedes neue Türsystem aus. Dieses Auftragsblatt begleitet das Produkt durch den gesamten Montageprozess. Über Barcodeabfragen und Bilderfassung wird sichergestellt, dass auch die für die jeweilige Variante richtigen Komponenten montiert werden. In der Prüfstation am Ende der Montagelinie wird jedes Türsystem auf Funktion getestet. Nach der Verpackung in einem Spezialbehälter erfolgt die automatisierte LKW-Beladung und anschließend der Transport in das Ford-Werk. Bereits seit 1997 liefert Brose just-in-sequence Türsysteme an Automobilwerke. Bis heute hat Brose rund 40 Millionen Einheiten ausgeliefert.
Parallel zum Werksbau in Saarwellingen errichtete Brose im Werk Hallstadt einen Fertigungsbereich für die Vormontage der Baugruppen. Dort entstehen 50 Arbeitsplätze. Auf einer hoch automatisierten Schäumanlage werden zunächst die Trägerbleche mit einer Dichtung versehen, die die Fahrzeugtür in Nass- und Trockenraum trennt. Der Vorteil dieses Konstruktionsprinzips besteht darin, dass sich nur noch die mechanischen Komponenten des Schlosses und des Fensterhebers im Nassraum der Tür befinden. Dieses innovative Konzept erhöht die Funktionssicherheit und spart Kosten, da die Abdichtung elektrischer und elektronischer Bauteile überflüssig wird. In einer Taktzeit von wenigen Sekunden werden die zugehörigen Fensterheber hoch automatisiert gefertigt und dann auf die Basis-Türsysteme montiert. Diese gehen per LKW just-in-time zur Endmontage an das Brose-Werk Saarwellingen.
Neben dem Werk im Saarland wird auch das Brose-Werk im belgischen Gent mit diesen Baugruppen beliefert. Dort komplettieren rund 65 Brose-Mitarbeiter diese Plattform übergreifenden Türsysteme unter anderem für das Fahrzeug Volvo S40 des Ford-Konzerns.
Brose entwickelt und produziert seit 1987 Türsysteme für die verschiedensten Fahrzeughersteller weltweit. Je nach Kundenwunsch liefert Brose Einzelkomponenten wie Fensterheber, Türschlösser und Elektronik als auch Türsysteme in verschiedenen technischen Varianten bis zur kompletten Tür. Das firmeneigene Testzentrum prüft die Crash-Sicherheit von Fahrzeugtüren.
Der Automobilzulieferer Brose ist heute im Bereich Türsysteme international führend. In den nächsten fünf Jahren soll das Geschäft mit Türsystemen weiter wachsen. Für die geplante Expansion baut die Unternehmensgruppe derzeit neue Standorte in Europa, den USA und Asien auf.
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